Wie mutig darf Architektur im kommunalen Wohnungsbau sein? Sandra Altmann & Katrin Jentson

Shownotes

In dieser Folge geht es um:

  • was Mut im kommunalen Wohnungsbau wirklich bedeutet
  • warum gute Architektur nicht automatisch teurer sein muss
  • wie bezahlbarer Wohnraum und gestalterische Qualität zusammenpassen können
  • weshalb Vertrauen zwischen Bauherren, Planern, Politik und Verwaltung entscheidend ist
  • welche Rolle Partizipation bei Neubau und Modernisierung spielt
  • warum Bürgerbeteiligung wichtig ist – aber irgendwann klare Entscheidungen nötig sind
  • wie Neubau und Bestandsentwicklung Synergien schaffen können
  • warum Quartiersdenken bei Energie, Mobilität und Stadtentwicklung immer wichtiger wird
  • was autofreie Quartiere für kommunale Wohnungsunternehmen bedeuten können
  • welche Wünsche Sandra Altmann und Katrin Jentson an die neue Bauministerin richten

Mit dabei: Sandra Altmann, Vorständin Wohnstätte Krefeld Wohnungs-AG Katrin Jentson, Partnerin CKSA – Christoph Kohl Stadtplaner Architekten

Präsentiert von Gira: Smart Home. Smart Building. Smart Life.

Transkript anzeigen

00:00:01: Willkommen bei Neues Bauen.

00:00:02: Die Macher, dem Achtzig Sekunden Podcast.

00:00:06: Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge mit spannenden Gästen aus der Bau- und Immobilienbranche.

00:00:12: Die Fragen und Themen für diesen Podcast wurden von mir entwickelt – einer KI!

00:00:18: Die Grundlage für meine Überlegungen ist die Achtzig Sekundensolution Map, die Lösungsbibliothek für neues Bauen.

00:00:25: Heute hören Sie Sandra Altmann, Vorständin der Wohnstätte Krefeldt Und Katrin Jensson, Partnerin bei Christoph Kohl Stadtplaner Architekten.

00:01:02: Herzlich willkommen zum Podcast Neues Bauen die Macher aus Berlin.

00:01:06: Zum Thema, wie mutig darf Architektur im kommunalen Wohnungsbau eigentlich sein?

00:01:11: Und dazu diskutiere ich mit zwei Gästen einerseits Sandra Altmann.

00:01:16: Hallo Sandra!

00:01:16: Hallo

00:01:17: vielen Dank für die Einladung.

00:01:18: sehr gerne.

00:01:19: du bist Vorständin der Wohnstätte Griefeld-Wohnungsergeh.

00:01:23: Richtig

00:01:23: oder spannende es das ist nicht nur eines der traditionsreichsten kommunalen wohnungsunternehmen Nordrhein-Westfalen sondern auch mit eines der größten, mit neuntausend Wohnungen.

00:01:33: Ja ich würde sagen die kommunalen Wohnungsunternehmen haben alle eine ähnliche Größenordnung aber wir sind nicht ganz klein.

00:01:39: das ist richtig.

00:01:40: mit unseren neun tausend wohnungen geben wir etwa zehn prozent der menschen in unserer stadt ein zu hause.

00:01:44: okay schön also noch mal herzlich willkommen.

00:01:47: und wir haben die kei gefragt bevor uns an zweiten gasko hin.

00:01:50: also wir haben di kei gefragt wofür steht eigentlich sandra altmann?

00:01:54: Und die antwort war für sozial verantwortlichen bezahlbaren und nachhaltigen wohnungsbau Und Sandra Altmann setzt sich für architektonische Qualität und kommunale Handlungsfähigkeit trotz Kostendruck- und Regulierungen ein.

00:02:07: Wie klingt das?

00:02:09: Das klingt so, als könnte ich mich damit identifizieren!

00:02:13: Dann sind wir über gespannt und zwar zweiter Gast Hallo Kathrin Jensson.

00:02:18: Herzlich willkommen.

00:02:19: Du bist Partnerin bei CKSA also Christoph Kohls Stadtplanarchitekten Entwickelst mit CKSA mutige Identitätsstiften der Architektur und Stadtraumkonzepte, oft im Kontext kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsbauprojekte.

00:02:36: Das ist richtig!

00:02:37: Super!

00:02:38: Und du laut KI bringst die Perspektive vor allem der Planenden ein?

00:02:43: Konkret die Frage wie viel gestalterische Freiheit im kommunalen Wohnungsbau denn möglich und vom auch sinnvoll ist?

00:02:49: Freiheit?!

00:02:51: Wie viele gestalterisch Freiheit genau?

00:02:53: Möglich ist.

00:02:55: Unsinnvoll

00:02:56: sinnvoll.

00:02:57: Das ist ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit, würde ich sagen aber natürlich nicht das gesamte Leistungsspektrum.

00:03:03: Gerne noch zu ergänzen was möchtest du gerne noch ergänzten?

00:03:07: Was ich wichtig finde ist dass Teil unserer Arbeit ist, dass es tatsächlich nicht nur um Architektur geht oder nicht nur im Städtebau oder um Gesetzgebung sondern dass man das als Samtkunstwerk sozusagen in jeder Hinsicht also wo Kunst dann ein abgehobener Begriff sein darf.

00:03:25: Wir legen Wert darauf bei uns im Büro, dass wir das Projekt quasi an jeder Stufe bearbeiten.

00:03:31: Also es ist eigentlich nicht nur eine Qualität voller Architektur gibt weil die alleine nichts bringt sondern es muss auch in einem qualitätsvollen Stadtquartier stehen was genauso wichtig für den Menschen stiftend ist wie es auch die Architekatur ist.

00:03:42: Okay und wenn du sagst an jeder Stufe kannst du da kurz differenzieren.

00:03:46: zum Beispiel welche Stufen meinst du konkret?

00:03:48: Mit Stufen meine ich im Bauprozess also nicht nur im Bauprozess sondern vor allen Dingen auch im Planungsprozess.

00:03:55: Also wir fangen an bei der Grundstücksentwicklung und enden dann irgendwann bei uns im Büro in der Genehmigungsplanung, aber da die Ausführungen kommt auch noch weiter.

00:04:03: Aber man muss halt tatsächlich bei der grundstücks Entwicklung anfangen.

00:04:06: Katerin herzlich willkommen!

00:04:07: Danke

00:04:08: dir!

00:04:09: Und wir gucken uns konkret an.

00:04:10: also die Frage wie mutig darf Architektur im kommunalen Wohnungsbau überhaupt sein?

00:04:14: Beim Podcast Neues Bauen Die Macher in Berlin zwei Perspektiven ein gemeinsames Ziel auch die Bauwende.

00:04:22: Und die KI hat natürlich als erste Frage gestellt, was sind eigentlich eure Erwartungen für diese Baustellenbesprechung?

00:04:29: Für diesen Summit hier mit der ihr hier eigentlich angereist seid.

00:04:33: Katrin!

00:04:35: Für mich ist eigentlich übergeordnet die Erwartung dass ich mein Horizont oder meinen Blick hebe von meinem täglichen Alltag und von meinen täglichem Freuden- und Ärgernissen und Herausforderungen und einmal wieder mir bewusst werde in welchem Rahmen ich tätig bin, was eigentlich bestimmt wofür ich es mache.

00:04:56: Dass ich mich also nicht klein kriegen lasse von dem ich einen Bauherren habe über den ich mich gerade ärger oder besonders freue sondern dass ich denke ja wir sind gemeinsam an einem Thema dran.

00:05:05: Wir alle müssen Wohnungen schaffen und davon sind wir ein Teil.

00:05:10: Das zeigt mir so eine Veranstaltung wie heute

00:05:13: Und wir hatten schon der Tag neigt sich dem Ende.

00:05:16: Ich muss dich ja einfach fragen, hast du schon das Gefühl, du sitzt mehr im Boot als vielleicht noch zu Beginn des Tages?

00:05:22: Mehr im Boot ist vielleicht doch gar nicht die richtige Formulierung.

00:05:25: Weil im Boot fühle ich mich schon.

00:05:29: Aber mir hat gerade am Anfang des Tages sehr geholfen diese übergreifenden Präsentationen von Professor Allmendinger – also diesen sociologischen Blick zum Beispiel!

00:05:39: Das hilft mir schon zu sagen, es geht nicht nur um die Türklinker im Haus sondern auch um die Gesellschaft insgesamt.

00:05:45: Also das habe ich durchaus mitgenommen

00:05:47: hier.

00:05:47: Sehr gut!

00:05:48: Sandra, mit welchen Erwartungen bist du heute angereist?

00:05:51: Ich glaube dass kann man in zwei Kategorien teilen.

00:05:54: tatsächlich zum einen bin ich sehr neugierig angereißt und ich bin das erste Mal auf dem Event und war einfach neugierig auf die verschiedenen Perspektiven, auf das Thema Wohnungsneubau und Wohnungsmangel.

00:06:06: Und da habe ich auch schon ganz viel heute mitgenommen.

00:06:10: Auf der anderen Seite durfte ich ja gerade auf der Hauptbühne stehen und ich bin natürlich auch mit Botschaften angereist.

00:06:15: Ich versuche so ein bisschen die Kraft und die Stärke der sozial orientierten Wohnungswirtschaft zu zeigen und zu verdeutlichen, dass wir nicht nur über Wohnungsneubau sprechen können.

00:06:25: Und das ganze Thema Transformation des Wohnungsbestandes dabei außer Acht lassen können – diese Themen greifen ineinander.

00:06:31: Wir müssen zusehen, dass Neubau- und Bestandsinvestitionen eben nicht um den Euro, den wir investieren, konkurrieren, sondern dass wir da vielleicht Senergieeffekte hinbekommen.

00:06:41: Dann ist es eine wunderbare Überleitung zur Frage Mut eigentlich in der Architektur?

00:06:45: Also wie definiert ihr beide eigentlich Mut im Kontext?

00:06:50: würde ich sagen, jede Architektur ist in einer Form mutig.

00:06:54: Weil jeder Architektor bedeutet zumindest für uns Architekte und Architekten dass wir einen kreativen Akt mit einem kreativem Akt nach außen treten und das heißt ein Stück unserer selbst zeigen.

00:07:05: und das erfordert immer Mut.

00:07:06: also egal was man macht irgendjemand wird es blöd finden irgendjemann will es gut finden.

00:07:11: das ist nun einmal so und damit legt man um und das heisst es braucht immer eine gewisse Art von Mut um Architektyp zu machen bin ich der Meinung.

00:07:19: Ansonsten ist tatsächlich die Frage, was Mut ist.

00:07:22: Das finde ich... Ich find das ein ansonsten schwieriges Wort auf die Architektur anzuwenden weil es kann herausfordernd sein oder besonders oder modern und das sind alles Kriterien, die ich eigentlich gerade in dieser Aufgabe über den Wohnungsbau sprechen gar nicht geeignet finde.

00:07:39: Ich finde, die Architektur muss passend sein da wo sie in Umgebung steht.

00:07:43: also ich bin nicht jemand der als da Architekt irgendwie eine Glaskuppel auf irgendein Gebäude stellt oder noch ein Glasblopp in die Stadt stellt, weil ich denke, ich will mich mit einem Glasblop verwirklichen.

00:07:53: Sondern wenn dann eine Baulücke ist und da kommt ein Haus rein, dann mache ich ein Haus das in diese Baulöcke passt.

00:07:58: Und auch wenn ich neues Quartier baue, dann möchte ich einen Quartierschriften, in der es natürlich eine eigene Indizität hat aber nicht irgendwas wo Leute sagen oh das ist aber mutig sondern... wo Leute sagen, oh das ist aber schön.

00:08:11: Oh hier würde ich gerne wohnen!

00:08:12: Das ist für mich

00:08:12: wichtiger.".

00:08:13: Dann versuche sie noch konkreter zu machen, wobei ich natürlich gerade diese Glaskuppe in Berlin von meinen Augen habe.

00:08:20: Mutiger vielleicht ist die bessere Frage ganz konkret, wo deine Meinung nach und ich interessiere euch beiden Meinungen, deiner Meinung nach auf jeden Fall man mutiger im kommunalen Stadtbau schon sein sollte, vielleicht auch gerade in der Architektur?

00:08:36: Mach ich vielleicht wieder eine Seitenschiene auf, die du nicht mit der Frage gemeint hast.

00:08:40: Aber da fand ich das erste Mal, dass ich heute das Wort Mut gehört habe ist als Jan-Henrik Goldbeck darüber gesprochen hat, dass wir Mut haben müssen zu vertrauen und einfach mal zu denken Wir machen gemeinsam!

00:08:50: Wir haben das gleiche Ziel und lassen uns doch einfach mal das machen ohne uns zu hinterfragen.

00:08:56: Haben wir auch wirklich alle das gleiches Ziel?

00:08:58: Und also den Mut finde ich tatsächlich wichtig, dass auch Bauherren sich trauen zu sagen Das ist jetzt nicht was wir immer machen aber Lass uns das einfach mal probieren.

00:09:07: Und dass wir, Architekten auch mitgehen darin zu sagen ja auch wir trauen uns das loszulassen und lassen uns was anderes machen.

00:09:14: Mut mit

00:09:14: Traun und Vertrauen vor allem.

00:09:16: Sandra wie magst du die Frage beantworten?

00:09:18: Ich würde es ein bisschen weiterfassen... Ich glaube schon, dass wir mutig sein müssen im Neubau und in der Quartiersentwicklung.

00:09:26: Aber gar nicht unbedingt nur mit dem Blick auf das Thema Architektur.

00:09:29: Wir haben mehrere – also neben der Modernisierung unseres Bestandes haben wir mehrere Neubauervorhaben derzeit in der Planung, das größte um fast etwa zweihundertfünfzig Wohnungen in Krefeldt.

00:09:39: Und wir machen uns Gedanken darüber wie wir das Thema Wärme organisieren wollen?

00:09:45: Ob wir wirklich auch Fernwärme setzen was sicherlich Vor-Nachteile hat oder ob mit Nahwärmekonzepten arbeiten und da mehr auch in die Verantwortung gehen, auch als Wohnungsunternehmen.

00:09:55: Ob wir das Thema Mobilität ganz anders organisieren wollen?

00:09:59: Also beispielsweise überlegen wir tatsächlich dieses Quartier komplett autofrei zu gestalten.

00:10:04: Da gibt es natürlich heute viele Stimmen, die sagen ne, nee ich möchte mit meinem Auto schon bis vor die Tür fahren und dann meine

00:10:09: Einkäufe

00:10:10: irgendwie ins Haus tragen.

00:10:12: Und das ist für mich auch nachvollziehbar.

00:10:13: aber ich glaube einfach dass nicht die Zukunft.

00:10:15: und wenn wir den Mut nicht haben das dann auch mal umzusetzen und auszuprobieren auch mal ein bestimmtes Klientel an Mieterschaft anzusprechen mit so einem Bauvorhaben, dann werden wir eben diesen Schritt nach vorn nicht machen.

00:10:26: und das verstehe ich hier unter Mut.

00:10:28: Und das brauchen ja eigentlich alle Beteiligten.

00:10:29: also ich denke euch hatte auch einen Verfahren wo wir eine große Kaserne umbauen zur Wohnungsbau und wo der Bau her durchaus auch Vorstellung hatte über innovative Energiekonzepte und dann auf politischem Niveau damit gescheitert ist.

00:10:42: Auf der Ebene braucht es natürlich genau solchen Mut, auf der Genehmigungs- und Schließungsebene.

00:10:47: D.h.,

00:10:48: die müssen wir alle gemeinsam aufbringen!

00:10:50: Ich glaube das ist ein ganz toller Aspekt der kommunalen Wohnungswirtschaft.

00:10:54: Wir sind deshalb starke Partner weil wir selbst aus einem Netzwerk der starken Partnerschaften kommen.

00:10:59: Wir verstehen uns als Teil des Stadtkonzerns, der Stadtreffeld.

00:11:02: Wir haben Schwestergesellschaften wie die Stadtwerke oder auch die Wirtschaftshörderungen.

00:11:08: dann zielorientiert an solchen Themen arbeiten, glaube ich kann uns auch gerade hier als sozial orientierte Wohnungswirtschaft sehr viel gelingen.

00:11:15: Da fahre ich doch konkret mal rein welche Rolle spielen denn Partizipation oder Einbindung der Bewohner bei mutigen architektonischen Konzepten?

00:11:24: Aus unserem konkreten Planungsalltag bringe ich da keine Erfahrung mit weil wir dazu sagen Eine Reihe zu weit hinten stehen sozusagen.

00:11:36: Wir liefern die Pläne und Pazizipationen, findet natürlich dann auf der Ebene vorgeschaltet wieder statt wo wir auch durch eine Rolle spielen auf städtebaulichem Niveau also wo ganze Quartiere vorgestellt werden aber über die konkrete architektonische Ausformung von Gebäuden da findet Pazzipation eigentlich nicht statt.

00:11:54: das ist ne Entscheidung zwischen uns dem Bauherren und höchstens nochmal den Genehmigungsbehörden.

00:11:59: Also wir versuchen schon die Bürgerinnen und Bürger einzubinden, je nachdem was wir planen.

00:12:04: Wenn wir modernisieren auch wenn wir neu bauen natürlich gibt es Mieterversammlungen und ähnliche Formate wo man einerseits einfach informiert und auch die Sorgen beschwichtigt und Informationen abkühlt auch und dabei dann eben auch andererseits der wichtigen Input für so ein Projekt bekommen kann.

00:12:23: Dann beobachten wir natürlich auch, ich sag mal die Ebene höher auf städtebaulicher Ebene wie unsere Muttergesellschaft statt Gräfeld sozusagen im Rahmen der Bauleitplanverfahren damit umgeht und können da ebenfalls begleiten.

00:12:38: Ich halte das schon für wichtig, die Menschen einzubinden.

00:12:40: Ich halt es aber auch für wichtig an einer bestimmten Stelle Schluss zu

00:12:42: machen.".

00:12:43: Man wird niemals mit einem Konzept jeden glücklich machen und jede Zielgruppe erreichen.

00:12:48: Und irgendwann muss man vielleicht sagen, so wie haben das jetzt auch dreimal diskutiert?

00:12:51: Das ist das Ergebnis und wir stehen jetzt mal alle hinter diesem Ergebnis und setzen es auch um.

00:12:56: Wir kommen.

00:12:56: gleich nochmal zu einem Punkt zurück.

00:12:58: Ich habe gerade eine Zwischenfrage gelesen von der KLE, die ich gerne noch einfließen lassen möchte.

00:13:04: Stichwort Architektonische Qualität und Wirtschaftlichkeit.

00:13:07: Wie kann man die im kommunalen Wohnungsbau miteinander vereinen?

00:13:11: Also ich würde jetzt der Architektin ja sagen, es darf nicht teurer werden.

00:13:15: Das ist halt immer die Frage.

00:13:17: Ich finde das ist auch eine Verantwortung, die die Kommunalen besonders haben weil sie halt auf die Fördergelde zurückgreifen und öffentliches Geld damit.

00:13:25: Wir können uns nicht austoben und denken wir bauen goldene Wasserhähne um das Klischee mal zu bemühen.

00:13:31: Es ist einfach eine Verantwortung dass wir mit dem Geld so gut wie möglich umgehen Und dann liegt es tatsächlich in den Gefühl allein schon von Proportionen von Gebäuden.

00:13:42: Also das ist was ganz Banales eigentlich, aber wo ganz viele Leute auf den ersten Blick ein Gebäude schön oder hässlich finden ohne dass sie überhaupt über Materialien Details oder sonst was nachgedacht haben sondern weil einfach ein angenehmes Gefühl dafür haben und das heißt Da kann man auch ohne dass man auf teure Baustoffe zurückgreift, kann man ja durchaus façadengestalten Räume angenehm gestalten.

00:14:05: Treppenhäuser so ausformen und so belichten das sie angenehme Auf- und Halsräume sind Quartiere so gestalten, dass Häuser so zueinander gestellt sind, dass dazwischen Räumen entstehen der ja an sich erst mal gratis ist.

00:14:16: Der Luftraum da zwischen muss natürlich gestaltet werden aber der ja auch einen Qualität bietet.

00:14:21: Also ich glaube es gibt total viele Stellschrauben Und Natürlich ist man in einer gewissen Form eingegrenzt, weil man nicht die ganze Materialpalette benutzen kann.

00:14:31: Aber das finde ich auch gerade die schöne Herausforderung daran.

00:14:34: Gut dann brechen wir mal die Eingrenzung bewusst auf.

00:14:36: Wir hatten vor Mut unter anderem definiert mit Trauen und Vertrauen und gerne mit der Definition die Frage beantworten welche politischen oder förderrechtlichen Änderungen würden mehr architektonische Mut ermöglichen?

00:14:50: Also einen Mehr an Traun- und Vertraune möglichen

00:14:54: Was hier auch schon erwähnt wurde auf dieser Veranstaltung, was wirklich helfen würde.

00:14:57: Weil es einfach den Kopf freier machen würde.

00:14:59: das ist es ja meistens dass man sich gar nicht so fest fährt.

00:15:03: Es

00:15:03: ist

00:15:03: großartig, wenn es eine Vereinheitlichung des Baurechts auf Bundesebene geben würde.

00:15:08: Wir sind nämlich nicht nur in Berlin tätig und nicht nur an Brandenburg sondern auch in Nordrhein-Westfalen.

00:15:12: Da

00:15:12: gibt es auch regionale Unterschiede?

00:15:13: Und jedes Mal ist es eine Freude nachzulesen wie hoch ein Aufenthaltsraum sein muss oder wie sich eine Abstandsfläche berechnet.

00:15:20: Das ist einfach überflüssige Energie die man aufbringen muss um soweit überhaupt zu kommen.

00:15:30: im Detail Sachen drin, wo man denkt muss man das gesetzlich regeln oder auch nicht.

00:15:37: Es gibt auch negative Erfahrungen.

00:15:38: dann weiß man hat es nicht geregelt und hätte man mal also dann wenn man dachte man kann's doch nicht dem Markt überlassen.

00:15:45: aber als endlich.

00:15:47: ich habe auch eine hüft einen Hintergrund in den niederlanden.

00:15:51: ich hab zehn jahre dort geplant und gearbeitet und dass ist von mir aus gesehen immer so ein Idealbild.

00:15:57: man alle Leute sagen In den Nierlanden ist die Architekt so viel reicher, bunter, abenteuerlicher Mutiger auch vor allen Dingen.

00:16:05: Aber die Baugesätze sehen ja nicht so anders aus.

00:16:07: Die sind genauso detailliert in was Geschosse und Treppensteigung Brandschutz angeht.

00:16:11: also da scheint gar nicht die... Was

00:16:13: ist denn das Geheimnis?

00:16:15: Warum...?

00:16:17: Man hat deutlich niedrige Baukosten und kann sich dadurch vielleicht tatsächlich mehr leisten.

00:16:22: Also man hat auch eine andere Tradition in Bauweise, andererseits hat man auch einen niedrigeren Anspruch.

00:16:27: Das erzählte mir gerade ein Kollege der ein deutsch Projektentwickler durch niederländisches Projekt geführt hat und die waren relativ entsetzt über die Qualität, da geliefert wurde.

00:16:35: von dem wir als nieder ländische Planner denken ja es ist der Standard hier aber wenn das ist halt was akzeptiert und gewohnt ist und wenn man dann sagt ich spare auf Treppe im Haus und stell da einfach mit Ton fertig teilen.

00:16:47: Und dafür habe ich aber eine Vollklingerfassade vor dem Haus, das sind halt andere Wahl die man

00:16:51: trifft.".

00:16:51: Die

00:16:51: Treppenielanden sind auch meistens sehr steil und selten genommen zumindest nicht was deutsche Standards angeht.

00:16:57: Sandra wo liegen dann aus Deiner Sicht die größte Hemmnisse für innovative Architektur im kommunalen Wohnungsbau?

00:17:04: Ich glaube die Hemmnisse sind gar nicht so groß, weil ich glaube das gute schöne ansprechende innovative Architektur gar nicht viel teurer sein muss.

00:17:12: Es ist natürlich ein bisschen die Frage ob die Architekten die Wohnungswirtschaft verstehen.

00:17:18: also wenn man riesengroße Flure und Ornt-Rees plant dann fehlt uns vermiedbare Fläche und das macht es einfach wieder unwirtschaftlich.

00:17:25: aber ich glaube wenn man da auf Augenhöhe so ein bisschen diskutiert dann findet man tatsächlich gute Lösungen.

00:17:32: Auf der anderen Seite gibt es natürlich schon Wünsche an die Politik und an die Rahmenbedingungen, die es für uns einfacher machen würden.

00:17:39: Wir würden uns mehr Handlungsfreiheit wünschen und weniger regulatorik, weil die Wohnungswirtschaft wirklich sehr gut aufgestellte professionelle Akteure hat, die mit dieser Freiheit auch vernünftig umgehen können.

00:17:52: Wir müssen derzeit im technischen Bereich Treibhausgasemissionen einsparen und wir müssen hohe Energieeffizienzstandards erreichen.

00:18:01: Das macht meiner Meinung nach keinen Sinn, also der Klimawandel wird durch Treibhausgas-Emissionsstoppen gewonnen und eben nicht durch die Effizienzstandards.

00:18:11: maßvolles Sanieren im Bestand.

00:18:13: Einsparen von CO² vernünftige verlässliche Fördermittel und denken in ganzen Quartieren würde dazu führen dass wir mehr Luft, mehr Raum zum Handeln haben, mehr Neubauen können und auch eine vernünctige Architektur umsetzen

00:18:27: können.

00:18:28: Und es ist eine wunderbare Überleitung.

00:18:30: tatsächlich schon zur letzten Frage, die lautet.

00:18:32: Wir haben eine neue Regierung seit Anfang des Jahres mit einer neuen Bauministerin, Frau Ubertz.

00:18:37: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, einen Appell in einem Satz dienen Sie äußern dürften im Grunde um fast schon was Sie gerade angefangen haben oder du angefangen hast – Was wäre dieser Wunscht?

00:18:47: Dieser Appell an den Neue Bauministers?

00:18:50: Ich fange direkt an, weil ich habe echt einen Appell.

00:18:52: Bitte weg von den hohen Energieeffizienzstandards in der Gebäudeentwicklung und Gebäudemodernisierung!

00:18:58: Der EH-Standard hundert oder auch hundertzwanzig reicht vollkommen aus im Bestand um bei der gleichzeitigigen Umstellung auf regenerative Energieträger ein Wandel in unseren Städten hin zu bekommen.

00:19:12: dafür brauchen wir nicht zum Null Effizienzhaus zu werden unsere Bestände komplett auf links zu drehen auszutauschen, die ihre Lebensdauer noch gar nicht erreicht haben.

00:19:23: Klar, Appell!

00:19:24: Vielen Dank Sandra.

00:19:25: Katrin?

00:19:26: Ja ich würde an der Stelle tatsächlich meine Idee von gerade wiederholen Ich würde mir sehr wünschen dass man das Baurecht vereinheitlich würde bundesweit um Planern und Ausführenden und auch den standardisierten Bauern dem Modulbauern kommt es ja auch zugute zu vereinfachen bundesweiten tätig werden zu können.

00:19:44: Also klar vielen dank für diese klaren Appelle von euch beiden.

00:19:47: Katrin Jensson, Partnerin bei CKSA Christoph Kurs Stadtplan Architekten.

00:19:51: Danke schön und vielen Dank auch Sandra Altmann.

00:19:54: Vorständen, Wohnstädte Griefeld, Wohnungs AG.

00:19:57: Danke auch!

00:19:57: Vielen Dank euch beiden.

00:19:58: Schönen

00:20:07: Abend!

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